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Presse

BR-Video vom 24.10.2013 "Italienischer Brauch - Ich lade dich ein!"

 

AZ-Beitrag vom 20.09.2013

az bussone wiesn

 

TZ-Beitrag vom 20.09.2013

tz bussone wiesn

 

TZ-Beitrag vom 29.07.2013

tz bussone 29 07 2013

 

TZ-Beitrag vom 20.09.2012

tz tgb wiesn 200912

 

Der bayerische Italiener am Großmarkt

aus: Täglich frisch Großmarkthalle München - Ursula Eymold, Gabriele Gugetzer, Mam Loschnick, Daniel Schvarcz 

trattoria bussone eingangDass München - ganz korrekt - als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird, daran ist diese Trattoria nicht ganz unschuldig. Aus einem Imbissstand wurde binnen 20 Jahre ein entspanter In-Italiener, der nach Rezepten von la mamma kocht und seine Produkte direkt vom Großmarkt auf der anderen Straßenseite bezieht.

1962 war Gennaro Bussones Vater aus der Nähe von Neapel gekommen, um auf dem Großmarkt einen Stand für Obst und Gemüse aufzuziehen. Bei ihm gab es Kaktusfeigen, Auberginen, Brokkoli - alles Dinge, die Deutsche weder kannten, noch, man vermutet es, auszusprechen wagten. Eigentlich sollte später Gennaro Bussone auch auf dem Großmarkt arbeiten, aber der Vater hatte Expansionspläne. Ein kleiner Imbiss schwebte ihm vor. Gennaro Bussone sagte nein. Drei Monate später beschwor ihn der Familienrat, es sich anders zu überlegen, nachdem der letzte Koch die Pasta vorgekocht hatte. Die Ehre der italienischen Küche stand auf dem Spiel. Er sagte ja.

Wie sollte er auch nein sagen? Gennaro Bussone hatte das Kochen von seiner Mutter gelernt. 1992 eröffnete er die heutige Trattoria Bussone unter dem namen "O scugnizz", übersetzt: der Gassenjunge aus Napoli. Bis auf Büffelmozzarella, der zweimal in der Woche direkt von einem Erzeuger aus der Heimat kommt und Olivenöl, das ebenfalls direkt von Bauern bezogen wird, kommen seine Produkte vom Großmarkt auf der anderen Straßenseite und die Gäste aus ganz München, von Schwabing bis Grünwald. Dass sie auch aus allen Gesellschaftsschichten kommen, um seine klassisch-neapolitanische Küche mit wagenradgroßen und hauchdünnen Pizzen und stundenlang geköcheltem sugo zu genießen, vom Prinzen von Bayern bis zum Gabelstaplerfahrer vom Großmarkt, darauf ist er besonders stolz. Bussone vergleicht dieses Phänomen mit den legänderen Les Halles in Paris und der Kneipenkultur, die sich um diesen mitten im Stadtzentrum liegenden Großmarkt einst entwickelt hatte. Das "Bussone" verkörpert einen Mix aus angepasst und außergewöhnlich. Bestes Beispiel dafür ist der Speisekartenklassiker Spaghetti mit Scampi, den er schüsselweise für 6 Personen serviert.

Anfangs orientierte sich das "Bussone" an den Öffnungszeiten des Großmarkts und stand bereits um 5 Uhr morgens offen, was für den Großmarkt gleichbedeutend mit Mittagszeit ist. Heute hat es sich den klassichen Restaurantöffnungszeiten angepasst, mit dem Unterschied, dass hier nach 23 Uhr Partystimmung aufkommt, auch deshalb, weil es keine Nachbarn gibt, die man stören würde.

 

Tagsüber essen, Nachts feiern

von Claudia Muschiol

Zufällig kommt hier keiner vorbei. Oder zumindest kaum einer. Wer mal eben einen Tag zu Besuch in München ist, landet nicht an der Großmarkthalle. Und auch den Durchschnittsmünchner treibt es eher selten hierher. Warum auch? Die Gegend in Sendling ist fest in der Hand der Menschen, die dort leben, arbeiten oder einkaufen. Eine kleine Welt für sich, ein Mikrokosmos Mitten in München. 

Und um die Ecke liegt Italien: Mitten in diesem kleinen Mikrokosmos – in der ehemalige Sortieranlage beim Gotzinger Platz - hat Gennaro Bussone eine italienische Oase geschaffen. Und genau darum, treibt es so manchen Münchner, der nicht am Großmarkt wohnt oder arbeitet, dann doch hin und wieder in die Gegend.
Seit den 60-erJahren schon ist die Familie in München. Damals kamen die Eltern als Gastarbeiter, bauten sich dann aber einen florierenden Obst- und Gemüsehandel auf – und blieben bis heute. Gennaro ist in München geboren. „Bayerischer Italiener“, wie Gennaro sagt. Italiener mit Kultcharakter.

Kult ist Bussone inzwischen bei alle jenen, die ehrlich und dennoch raffinierte Küche lieben. Die lieber draußen an einfachen rustikalen Holztischen sitzen als an eingedeckten Tischen mit weißen gestärkten Decken und teuren Kristallgläsern. Und bei denen, die gerne die Nacht zu Tag machen, denn nach 23 Uhr wird im Bussone die Musik lauter gedreht, Party gemacht und nicht selten sogar auf den Tischen getanzt.
Das sollte aber keinen abschrecken, der einfach nur gut essen will. Davor nämlich geht es im Bussone ganz gesittet zu und sehr italienisch.